Deutschland – Italien (Viertelfinale EM 2016)

Historischer Sieg für Deutschland

Deutschland – Italien: Bloß keinen Fehler machen war die Ausgangsbasis für diese Partie. Deutschland stellte seine Mannschaft um und stärkte so massiv die Defensive. Das ging leider zur Lasten der Offensive. 
Italien blieb ebenfalls bei einer defensiven Grundhaltung und wirkte dabei in den Anfangsminuten abwartend. Man konnte den Eindruck gewinnen,  als würden sie der defensiven Ausrichtung der deutschen Mannschaft misstrauen und einen genialen taktischen Schachzug erwarten, der sie überrollt.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Löw gab die offensive Flexibiltät auf und stärkte die Defensive. Er wählte lieber die Option, die italienische Offensive auszuschalten und erstmal Sicherheit und Kontrolle ins Spiel zu bringen. Gefährlich wurde es, als die Italiener das begriffen haben. Die ersten 30. Minuten des Spiels gingen klar an die deutsche Mannschaft. Leider ohne Torchancen.

Das statische Offensivspiel der Deutschen war über die gesamte Dauer der Partie komplett harmlos. So konnten die Italiener zunehmend besseren Zugriff auf das Spiel gewinnen und waren dann ab ca. der 35. Minute in der Lage selber Angriffe zu starten. Ab dem Moment hatte man den Eindruck es ist ausgeglichen.

Am Ende ist es natürlich schwer eine Taktik zu kritisieren, welche zum Sieg geführt hat. Aber man muss die Frage stellen, warum Deutschland bei vermeindlich schweren Gegnern, sich eher auf diese einstellt, als mehr das eigene Spiel aufzuzwingen.

Spielbewertung (4,5):

Spektakulär ist anders, dass haben uns Wales und Belgien gezeigt. Immerhin wurde der Zuschauer nach 120 Minuten mit einem epischen Elfmeterschießen und einem historischen Sieg belohnt. Das Spiel selbst wurde durch zwei defensiv ausgerichtete Mannschaften geprägt, die kaum eine Torchance zugelassen haben. Der Ball fand nur ganz selten den Weg in einen der beiden Strafräume. Und wenn, dann meistens als Rückpass. Für den neutralen Zuschauer war diese defensive Taktiksahneschnitte sehr schwer verdauliche Kost. Als Fan wurde man durch die Spannung entschädigt. Ohne das epische Elfmeterschießen eine 2,0 aus neutraler Sicht.

Eckdaten:

Deutschland – Italien 1:1 / 6:5 n.E.

Tore:

1:0 Özil (65.)
1:1 Bonucci (78.)

0:1 L. Insigne (verwandelt)
1:1 T. Kroos (verwandelt)
1:1 Zaza (nicht verwandelt)
1:1 T. Müller (nicht verwandelt)
1:2 Barzagli (verwandelt)
1:2 Özil (nicht verwandelt)
1:2 Pelle (nicht verwandelt)
2:2 Draxler (verwandelt)
2:2 Bonucci (nicht verwandelt)
2:2 B. Schweinsteiger (nicht verwandelt)
2:3 Giaccherini (verwandelt)
3:3 Hummels (verwandelt)
3:4 Parolo (verwandelt)
4:4 Kimmich (verwandelt)
4:5 de Sciglio (verwandelt)
5:5 J. Boateng (verwandelt)
5:5 Darmian (nicht verwandelt)
6:5 Hector (verwandelt)

Aufstellung:
Deutschland:

Neuer – Höwedes , J. Boateng , Hummels – Kimmich , Hector – Khedira , T. Kroos – Özil , T. Müller – Gomez

16. B. Schweinsteiger für Khedira
72. Draxler für Gomez

Italien:

Buffon – Barzagli , Bonucci , Chiellini – Florenzi , Parolo , de Sciglio – Sturaro , Giaccherini – Pelle , Eder

86. Darmian für Florenzi
108. L. Insigne für Eder
120. Zaza für Chiellini

Rating:

Müder Kick der nur von der Spannung getragen wurde"